Kolumbien dementiert Lösegeldzahlung
publiziert: Samstag, 5. Jul 2008 / 12:22 Uhr / aktualisiert: Samstag, 5. Jul 2008 / 15:11 Uhr

Paris - Das kolumbianische Verteidigungsministerium hat ein Video von der Befreiung der 15 FARC-Geiseln gezeigt. Das Video sei veröffentlicht worden, um den Spekulationen des Westschweizer Radios RSR entgegenzutreten, die Befreiung sei inszeniert und Lösegeld bezahlt worden.

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RSR hatte unter Berufung auf eine «glaubhafte und in den vergangenen Jahren mehrfach erprobte» Quelle berichtet, FARC-Vertreter hätten für die Freilassung der Geiseln rund 20 Mio. Dollar bekommen. Die kolumbianische Botschaft in der Schweiz wies die Vorwürfe zurück. Zuvor hatten bereits die kolumbianische, die französische und die US-Regierung den Bericht dementiert.

Der Chef der RSR-Auslandsredaktion, Pierre Bavaud, sagte der Nachrichtenagentur AFP auf Nachfrage allerdings, das Geld sei nicht als Lösegeld an die FARC geflossen. Vielmehr sei es verwendet worden, um zwei Bewacher der Geiseln zu bestechen.

TV-Aufnahmen von Sicherheitsleute

Die veröffentlichten Aufnahmen stammten von einem Kamerateam, das aus Mitgliedern der kolumbianischen Sicherheitsdienste zusammengesetzt gewesen sei, die sich als Journalisten ausgegeben hätten, hiess es. In dem Video sind die Politikerin Ingrid Betancourt und die 14 anderen befreiten Geiseln unter anderem im Militärhelikopter zu sehen.

Am Freitag ist Betancourt in ihre zweite Heimat Frankreich zurückgekehrt. «Ich habe so viel aus Schmerz und Erniedrigung geweint. Heute weine ich aus Freude», sagte die Franko-Kolumbianerin kurz nach ihrer Ankunft. Sie sei überglücklich, «zu leben und frei zu sein».

Emotionaler Empfang

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy und seine Frau Carla Bruni bereiteten der 46-Jährigen auf einem Militärflughafen bei Paris einen emotionalen Empfang. «Willkommen Ingrid Betancourt, Frankreich liebt Sie», sagte der sichtlich bewegte Präsident, der sie umarmte und ihre Hand hielt.

Betancourt sollte im Pariser Militärspital gründlich untersucht werden. Sie war in der Geiselhaft zeitweise so krank gewesen, dass sie nach eigenen Worten durchaus mit dem Tod rechnete: «Im Dschungel kommt der Tod ganz, ganz schnell», sagte sie in einem Interview. Zuvor hatten bereits die kolumbianische, die französische und die US-Regierung den Bericht dementiert. Auch die befreite Politikerin Ingrid Betancourt selbst wollte den Bericht nicht glauben. Sie habe nicht den Eindruck gehabt, dass es eine Inszenierung gewesen sei, sagte sie.

(ht/sda)

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