US-Verteidigungsminister in Israel
Panetta stellt sich im Atomstreit hinter Israel
publiziert: Mittwoch, 1. Aug 2012 / 15:06 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 1. Aug 2012 / 18:52 Uhr
Leon Panetta weilt zurzeit in Israel.
Leon Panetta weilt zurzeit in Israel.

Kairo - Im Atomstreit mit dem Iran hat US-Verteidigungsminister Leon Panetta der israelischen Regierung den Rücken gestärkt. Bei seinem Israel-Besuch bezeichnete Panetta am Mittwoch einen möglichen US-Militäreinsatz erneut als Option.

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Zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings, schloss Panetta einen Militärangriff gegen iranische Atomanlagen aus. Bei einer Pressekonferenz mit Israels Verteidigungsminister Ehud Barak im südisraelischen Aschkelon sagte der Pentagon-Chef am Mittwoch, zunächst müssten alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft werden.

Der Iran müsse diese jedoch auch nutzen. Panetta bezog sich unter anderem auf Wirtschaftssanktionen gegen den Iran und den auf Teheran ausgeübten diplomatischen Druck. Den Einsatz der USA für Israels Sicherheit bezeichnete Panetta als «solide wie ein Felsen».

Panetta besichtigte in der Hafenstadt Aschkelon das von den USA mitfinanzierte Abwehrsystem «Eiserne Kuppel» zum Schutz vor dem Raketenbeschuss islamisch-fundamentalistischer Gruppen.

Skepsis bei Barak

Panettas Gastgeber, Verteidigungsminister Ehud Barak, zeigte sich unbeeindruckt. Er äusserte sich sehr skeptisch hinsichtlich der Erfolgsaussichten der US-Strategie. Die Chance, dass der Iran sich durch Sanktionen und Verhandlungen von seinem Atomkurs abbringen lasse, bezeichnete Barak als «extrem niedrig».

Dabei würden die Sanktionen Teheran gerade die benötigte Zeit verschaffen, die Atombombenentwicklung entscheidend voranzutreiben. «Wir haben alles zu verlieren, während die Zeit mit diplomatischen Bemühungen verstreicht.»

«Israel entscheidet allein»

Wie bereits Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Vorabend machte auch Barak erneut deutlich, dass sich Israel in dieser Frage von niemandem einbinden lasse: «Israel entscheidet allein», ob und wann es den Iran angreife.

Netanjahu sagte bei einem Treffen mit Panetta, es müsse alles unternommen werden, um «das gefährlichste Regime der Welt daran zu hindern, die gefährlichste Waffe der Welt zu entwickeln». Die Zeit für eine friedliche Lösung laufe aus.

Die US-Regierung und ihre Verbündeten sind davon überzeugt, dass Teheran entgegen allen Versicherungen heimlich an der Herstellung von Atomwaffen arbeitet.

Die iranische Führung bestreitet dies entschieden. Sie beharrt auf ihrem Recht zur friedlichen Nutzung der Atomenergie und verweist darauf, dass Israel den Atomwaffensperrvertrag im Gegensatz zum Iran nie unterzeichnete.

(bert/sda)

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