Janukowitschs Partei gewinnt Wahl in Ukraine
publiziert: Montag, 29. Okt 2012 / 16:13 Uhr / aktualisiert: Montag, 29. Okt 2012 / 20:28 Uhr
Staatliche Mittel für Wahlkampfzwecke seien missbraucht worden.
Staatliche Mittel für Wahlkampfzwecke seien missbraucht worden.

Kiew - Die prorussische Partei des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch hat laut vorläufigen Ergebnissen die Parlamentswahlen gewonnen und bleibt an der Macht. Nach der Auszählung von mehr als 50 Prozent der Stimmen lag die Partei der Regionen mit rund 35 Prozent in Führung.

11 Meldungen im Zusammenhang
Die Opposition kam Wählerbefragungen zufolge zwar auf mehr als 40 Prozent. Dennoch zeichnete sich ein Sieg der Janukowitsch-Partei ab, da sie auch bei der Vergabe der Direktmandate mit voraussichtlich 115 Mandaten in Führung lag.

Janukowitsch wird allerdings zugleich mit einer wiederbelebten Opposition konfrontiert: Die Vaterlandspartei der inhaftierten Julia Timoschenko kam auf etwa 22 Prozent. Witali Klitschkos prowestliche Partei Udar ("Faustschlag") schaffte mit gut 13 Prozent der Stimmen erstmals den Sprung in die Oberste Rada in Kiew.

Klitschko: Präsident als gemeinsamer Feind

Klitschko forderte die demokratischen Kräfte in der Obersten Rada mit Nachdruck auf, gemeinsam für eine Ablösung des "korrupten Regimes" von Janukowitsch zu kämpfen. Der Präsident sei der gemeinsame Feind, sagte er. Der ehemalige Boxweltmeister erklärte sich zur Zusammenarbeit mit den Nationalisten sowie dem Oppositionsbündnis um Timoschenkos Vaterlands-Partei bereit.

Die grösste Überraschung der Abstimmung war das Ergebnis der nationalistischen Partei Swoboda (Freiheit), die der Teilauszählung zufolge über die Listenplätze auf 7,8 Prozent kam. Sie erhält damit erstmals spürbaren Einfluss im Parlament.

Opposition behindert

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beklagte, die Wahl sei ein demokratischer Rückschritt gewesen. Die Organisation kritisierte Verstösse zulasten der Opposition insbesondere im Wahlkampf.

Die Bedingungen seien wegen eines Mangels an Transparenz bei der Wahlkampf- und Parteienfinanzierung, des Missbrauchs staatlicher Ressourcen und des Fehlens einer ausgewogenen Berichterstattung nicht für alle gleich gewesen.

"Man sollte nicht ein Gefängnis besuchen müssen, um von der führenden politischen Figur des Landes zu hören", sagte OSZE-Sprecherin Walburga Habsburg Douglas in Kiew unter Verweis auf die umstrittene Freiheitsstrafe Timoschenkos. Die Anführerin der prowestlichen Orangenen Revolution von 2004 trat aus Protest gegen Wahlfälschungen erneut in einen Hungerstreik.

Zunehmend isoliert

"Die Ukraine verdient besseres", liess sich der Zürcher SP-Nationalrat und Europaparlamentarier Andreas Gross im OSZE-Communiqué zitieren. Dagegen wies der ukrainische Ministerpräsident Mikola Asarow die OSZE-Darstellung zurück. Die Wahl zu kritisieren wäre so, "als würde man weiss schwarz nennen", sagte er.

Die Ukraine ist in den vergangenen Jahren immer mehr in die Isolation geraten, vor allem mit der EU und den USA liegt Janukowitschs Regierung wegen des Umgangs mit der Oppositionspolitikerin Timoschenko über Kreuz. Doch wegen Streitereien um Gaspreise steht es auch um das Verhältnis des Stahl- und Getreideexporteurs zu Russland nicht zum Besten.

 

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Kiew - Die inhaftierte ukrainische Politikerin Julia Timoschenko ist vom wichtigsten Oppositionsbündnis des Landes zur ... mehr lesen
Julia Timoschenko kämpft vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte um ihre Freiheit. (Archivbild)
Mikola Asarow ist seit März 2010 ukrainischer Ministerpräsident.
Kiew - In der Ukraine tritt Ministerpräsident Mikola Asarow und mit ihm die ... mehr lesen
Kiew - Nach massiven Fälschungsvorwürfen der ukrainischen Opposition gegen die ... mehr lesen
Auch mehr als eine Woche nach der Wahl vom 28. Oktober sind in der Ukraine nicht alle Stimmen ausgezählt.
Kiew - Auch fünf Tage nach der Parlamentswahl in der Ukraine lässt das Endergebnis noch immer auf sich warten. Die Auszählung ... mehr lesen
Parlamentswahl in der Ukraine. (Archivbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Kiew - Die ukrainische Opposition um Boxweltmeister Vitali Klitschko hat sich empört gezeigt über die schleppende Auszählung nach der Parlamentswahl in der Ex-Sowjetrepublik. «In Hinterzimmern werden uns 1,5 Prozent der Stimmen gestohlen», sagte Wladimir Kurennoj von der Klitschko-Partei Udar. mehr lesen 
Viktor Janukowitsch
Kiew - Nach harter internationaler Kritik an der Parlamentswahl in der Ukraine hat ... mehr lesen
Boxweltmeister Witali Klitschko hat seine sportliche Zukunft nach dem erstmaligen Einzug seiner Partei in das ukrainische ... mehr lesen
Witali Klitschko.
Die Partei von Präsident Viktor Janukowitsch liegt vorn.
Kiew - Die prorussische Partei des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch ... mehr lesen
Kiew - Mit Aufrufen der Opposition zum Regierungswechsel hat am Sonntag in der Ukraine die Parlamentswahl ... mehr lesen
«Nur blinde und taube Menschen können diese Wahlen fair nennen», teilte die inhaftierte Oppositionsführerin Julia Timoschenko mit.
Mehr als 3700 ausländische Beobachter überwachen die Wahl in der Ukraine.
Kiew - In der Ukraine hat am Sonntag die Wahl eines neuen Parlaments begonnen. ... mehr lesen
Hassan Ruhani ging an die Grenzen des Erlaubten.
Hassan Ruhani ging an die Grenzen des ...
Hassan Ruhani spricht im Wahlkampf  Teheran - Die Präsidenten-Wahl im Iran hat der Kandidat des Reformlagers, Hassan Ruhani, klar gewonnen. Der 64-Jährige erzielte mit 50,7 Prozent der Stimmen bereits im ersten Durchgang die erforderliche absolute Mehrheit, wie das Innenministerium in Teheran am Samstag mitteilte. 
«Grösseres Potenzial»  Sydney - Der nächste Dalai Lama könnte nach Ansicht des derzeitigen Inhabers dieser Würde auch eine Frau sein. «Wenn die Umstände so sind, dass ein ...  
Dalai Lama könnte sich auch eine Frau als Nachfolgerin vorstellen. (Archivbild)
Parlamentarier aller Fraktionen stärken dem Dalai Lama den Rücken Bern - Parlamentarier aller Parteien zeigen Solidarität mit dem Engagement des Dalai ...
Besuch vom Dalai Lama heute in Bern.
Titel Forum Teaser
  • Midas aus Dubai 3065
    US Monopol auf Steuerbetrug Immer diese reisserischen, blöden Titel. Zuerst muss sich mal die EU ... gestern 21:37
  • Saheike aus Göttingen 5
    Terrorismus im Hinterhof Ist ja so beabsichtigt... gestern 19:25
  • Saheike aus Göttingen 5
    Merkel und das Internet bitte bei Twitter nach #Neuland suchen gestern 15:45
  • Saheike aus Göttingen 5
    Neue Unterschrift Wird das Geld dadurch mehr wert ? gestern 13:29
  • Saheike aus Göttingen 5
    Blut an den Händen Dann müssen alle Regierungen eine Überregierung haben, wenn es danach ... gestern 13:06
  • BigBrother aus Arisdorf 1362
    unklar, wirr, Stämpfli Äpfel und Birnen gibt auch Most, das ist mein Fazit dieser wirren ... Mo, 17.06.13 16:33
  • jorian aus Gretzenbach 1199
    Syrien Die Al Kaida wurde von den USA gegründet. Die Al Kaida, wird von den ... So, 16.06.13 22:19
  • keinschaf aus Henau 1552
    Was für ein Schmarren! Sie glauben, weil die meisten zu wenig vorsichtig im Umgang mit ihren ... Sa, 15.06.13 13:17
«Wir wollen uns besser vor Terroranschlägen zu schützen».
CNN-News Eine Big-Brother-Regierung à la Orwell Hat sich Barack Obama in Big Brother verwandelt? ... 1
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich 19°C 22°C leicht bewölkt, Gewitter, starker Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen
Basel 16°C 18°C bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen
St.Gallen 24°C 25°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Bern 18°C 22°C bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen
Luzern 18°C 26°C leicht bewölkt, Gewitter, starker Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Genf 18°C 22°C bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen
Lugano 21°C 23°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten