Freispruch nach Abdruck der Mohammed-Karikaturen
publiziert: Donnerstag, 22. Mrz 2007 / 15:09 Uhr

Bern - In Frankreich ist der Prozess um den umstrittenen Abdruck von Mohammed-Karikaturen mit einem Freispruch zu Ende gegangen. Das Pariser Strafgericht folgte damit am Donnerstag dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Die dänische Zeitung «Jyllands Posten» brachte den «Karikaturen-Streit» ins Rollen.
Die dänische Zeitung «Jyllands Posten» brachte den «Karikaturen-Streit» ins Rollen.
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Der Chefredaktor des Satiremagazins «Charlie Hebdo», Philippe Val, wurde vom Vorwurf der «öffentlichen Beleidigung einer Personengruppe wegen ihrer Religion» entlastet.

Die Zeitung hatte im Februar 2006 die zwölf zuerst in der dänischen Zeitung «Jyllands Posten» erschienenen Zeichungen veröffentlicht und weitere Karikaturen hinzugefügt.

Dagegen hatten die Union der Islamischen Organisationen in Frankreich (UOIF), die Islamische Weltliga und die Grosse Moschee von Paris geklagt.

Politiker pochen auf Pressefreiheit

Sie argumentierten, die Karikaturen beleidigten den Propheten und ihre Veröffentlichung stelle «eine Personengruppe wegen ihrer Religion an den Pranger». Val drohten nach französischen Strafgesetzbuch bis zu sechs Monate Haft und 22 500 Euro (36 300 Franken) Geldstrafe.

In dem Verfahren hatten sich parteiübergreifend zahlreiche prominente Politiker für die Meinungs- und Pressefreiheit stark gemacht, darunter Innenminister Nicolas Sarkozy. Die UOIF kündigte umgehend Berufung gegen das Urteil an.

Die dänischen Karikaturen hatten Anfang 2006 eine Protestwelle in der islamischen Welt ausgelöst, bei der 139 Menschen umgekommen waren.

Ein ähnlicher Prozess in Dänemark war im Oktober gleichfalls mit Freisprüchen für die Verantwortlichen bei «Jyllands Posten» ausgegangen.

(rr/sda)

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Petra D'Odorico ist PostDoc an der Professur für Graslandwissenschaften, an der ETH-Zürich.
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