Verharmlosung der Sklaverei?
«Halbnackte» Michelle Obama sorgt für Aufregung
publiziert: Dienstag, 4. Sep 2012 / 13:54 Uhr
Kritiker werfen der spanischen Zeitschrift Verharmlosung der Sklaverei vor.
Kritiker werfen der spanischen Zeitschrift Verharmlosung der Sklaverei vor.

Madrid - Die künstlerische Abbildung einer halbnackten Michelle Obama bringt einer spanischen Zeitschrift derzeit Rassismus-Vorwürfe.

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Das «Magazine de Fuera de Serie», eine Beilage der Tageszeitung «El Mundo», setzte für sein Titelbild den Kopf der First Lady der USA per Photoshop auf ein Gemälde aus dem Jahr 1800, das eine schwarze Frau mit offenen Brüsten darstellt. Eine Welle der Empörung schwappte durch zahlreiche Internet-Foren, wobei viele Kritiker Bezüge zur Sklaverei und deren Verharmlosung herstellen.

Weisse Vormachtstellung

«Journalisten und Grafiker haben das Gefühl, mit Menschen schwarzer Hautfarbe nach Belieben verfahren zu können. Wie seriös und kompetent diese auch auftreten mögen, es ist ihnen egal. Der aktuelle Fall zeigt ungeheure Respektlosigkeit, weisse Vormachtstellung und Rassismus», urteilt Simon Inou, Journalist und Leiter des Vereins zur Förderung interkultureller Medienarbeit M-Media.

Das Titelbild stellt eine sitzende Michelle Obama dar, mit blosser Brust und umgeben von einer US-Flagge. «Keine Zeitschrift würde es wagen, mit einer halbnackten Laura Bush, Hilary Clinton oder Barbara Bush zu titeln. Die erste schwarze First Lady der USA wurde jedoch mittels Photoshop wieder zur Sklavin gemacht, unterwürfig und machtlos. Das war kein Missgeschick, sondern Kalkül», so der Wiener Medienexperte.

Konträre Botschaft

Zurück geht das Bild auf das Louvre-Gemälde «Portrait d'une négresse», das ursprünglich die Freiheit der schwarzen Bevölkerung und die Rechte der Frau zum Ausdruck bringen sollte - es entstand sechs Jahre nach Abschaffung der Sklaverei in Frankreich. Fraglich ist, ob die nun abgebildete Michelle-Obama-Version von Marie-Guillemine Benoist darauf Bezug nehmen wollte: Auch andere berühmte Nacktbilder hat die Künstlerin zur Portraitierung von Prominenten - darunter Schwarze wie Weisse - verwendet.

Der zugehörige Artikel in der Zeitschrift handelt von der Popularität Michelle Obamas und ihrer Schlüsselrolle für die mögliche Wiederwahl ihres Gatten bei der US-Präsidentenwahl im November. «Der Journalist Pablo Scarpellini lüftet Geheimnisse der Frau, die nicht nur das Herz Barack Obamas gewonnen hat», lautet die Ankündigung auf der Homepage des Magazins, wobei auf das Sprichwort «Hinter jedem grossen Mann steht eine grosse Frau» Bezug genommen wird.

Vorbildwirkung ignoriert

Dem Magazine de Fuera de Serie muss klar gewesen sein, dass ein flüchtiges Betrachten des Bildes andere Assoziationen als der Text hervorruft, so Inou. Das Ergebnis sei für Schwarze eine Katastrophe. «Nachdem Michelle Obama früher eine exzellente Anwältin war und sich auch jetzt als First Lady nie etwas zuschulden kommen liess, ist sie für Schwarze das 'Role Model' schlechthin. Wer das bewusst missachtet, verletzt viele Menschen - auf sehr ähnliche Weise wie kürzlich die Urinfleck-Darstellung von Papst Benedikt XVI.»

(bert/pte)

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