Lagerhaft für Pussy Riot
Russischer Staatsanwalt fordert drei Jahre Haft für Pussy Riot
publiziert: Dienstag, 7. Aug 2012 / 11:16 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 7. Aug 2012 / 16:30 Uhr
Pussy Riot wird wegen religiösem Hass angeklagt.
Pussy Riot wird wegen religiösem Hass angeklagt.

Moskau - Im umstrittenen Moskauer Prozess gegen die feministische Protestband Pussy Riot hat die Staatsanwaltschaft drei Jahre Lagerhaft wegen Rowdytums aus religiösem Hass gefordert. Die drei jungen Frauen hätten die Gefühle von Gläubigen absichtlich und grob verletzt.

10 Meldungen im Zusammenhang
Dies sagte Staatsanwalt Alexej Nikiforow am Dienstag in seinem Schlussplädoyer vor dem Chamowniki-Gericht. Mit dem beantragten Strafmass blieb die Anklage deutlich unter der Höchststrafe von sieben Jahren Lagerhaft. Der russische Präsident Putin hatte zuvor angemahnt, die Frauen nicht zu hart zu bestrafen.

Die Schuld von Maria Aljochina, Nadeschda Tolokonnikowa und Jekaterina Samuzewitsch sei erwiesen, sagte der Staatsanwalt bei der live im Internet übertragenen Sitzung.

Die Musikerinnen im Alter von 22 bis 29 Jahren hatten ihr etwa einminütiges Protestgebet gegen Kremlchef Wladimir Putin und Patriarch Kirill in der wichtigsten russischen Kathedrale als politische Aktion verteidigt.

Politische Gefangene

Die Frauen - zwei von ihnen Mütter kleiner Kinder - hatten die Vorwürfe als absurd und unrechtmässig zurückgewiesen. Sie hätten die Gefühle russisch-orthodoxer Christen mit der Aktion am 21. Februar in der Moskauer Erlöserkathedrale nicht verletzen wollen.

Menschenrechtler und unabhängige Juristen sowie die russische Opposition sprechen von einem beispiellosen Justizskandal in der jüngeren Geschichte des Landes.

Der Prozess stehe für politisch-religiöse Willkür wie im Mittelalter, hiess es in Kommentaren. Die Frauen sind von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International als politische Gefangene anerkannt.

(laz/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Moskau - Zwei der drei inhaftierten ... mehr lesen
Pussy Riot: Auch Mütter in der Band.
Valentin Abgottspon In Russland droht drei Frauen der Punkrockband «Pussy Riot» eine Verurteilung. In Indien wird der Bürgerrechtler und Rationalist Sanal Edamaruku verfolgt, weil er ein katholisches «Wunder» enttarnt hat, weltweit werden Freidenker und Religionskritiker mit dem Tod bedroht, teilweise auch tatsächlich getötet. Derweil fordern in Westeuropa Kirchenfunktionäre und Feuilletonkatholiken eine strengere Gangart beim Pseudovergehen der Blasphemie. mehr lesen  2
Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau.
Moskau - Im umstrittenen Prozess ... mehr lesen
Moskau - US-Popstar Madonna hat ... mehr lesen
«Diese drei Mädchen - Nadja, Mascha und Katja - haben etwas Mutiges getan», so Madonna.
Moskau - Die Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot haben der Richterin in einem Prozess wegen Rowdytums politische Befangenheit und mangelnden Respekt vor der Verteidigung vorgeworfen. «Meine Gesuche werden gar nicht erst gehört», sagte die 23-jährige Musikerin Nadeschda Tolokonnikowa am Montag. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Wladimir Putin, Präsident Russland
Moskau - Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich für ein mildes Urteil gegen die drei jungen Frauen der Punkband Pussy Riot ausgesprochen. «An dem, was sie getan haben, ist ... mehr lesen
Moskau - Harte Vorwürfe gegen die russische Justiz: Im umstrittenen Gerichtsverfahren gegen die Skandalband Pussy Riot haben sich die drei angeklagten Frauen am zweiten Prozesstag über «Folter» in der Haft beschwert. mehr lesen 
Moskau - In Moskau hat die Hauptverhandlung im international kritisierten Prozess gegen Mitglieder der regierungskritischen Punkband Pussy Riot begonnen. Zum Auftakt erklärten die drei angeklagten Frauen ihre Unschuld. mehr lesen 
Längere Untersuchungshaft für die drei angeklagten Frauen. (Symbolbild)
Moskau - Ein Moskauer Gericht hat ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Francesco Schettino: Weil er das Schiff ...
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht in Florenz bestätigte damit das Urteil aus erster Instanz. mehr lesen 
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für ... mehr lesen   3
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Schönheit schützt vor Strafe nicht  Istanbul - Ein türkisches Gericht hat eine ehemalige Schönheitskönigin wegen Verunglimpfung von Präsident Recep Tayyip Erdogan zu einem Jahr und zweieinhalb Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt. mehr lesen  
Der Sprayer bestritt, das Fahrrad geklaut zu haben.
Schweizer Sprayer  Wien - Mit einem Urteil von zehn Monaten unbedingte Haft ist am Wiener Straflandesgericht der Prozess gegen den Schweizer Sprayer ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 2°C 6°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Schnee Wolkenfelder, Flocken
Basel 4°C 7°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, Flocken wechselnd bewölkt
St. Gallen 1°C 4°C Schneeschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, etwas Schnee bewölkt, etwas Schnee
Bern 3°C 5°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, Flocken freundlich
Luzern 4°C 5°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, etwas Schnee bewölkt, etwas Schnee
Genf 3°C 7°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Schnee freundlich
Lugano 4°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten
 
 
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/seminar.aspx?ID=45&lang=de