Angriff auf US-Konsulat war Al-Kaida-Rache
publiziert: Samstag, 15. Sep 2012 / 19:32 Uhr

Sydney - Der Angriff auf das US-Konsulat in Libyen am vergangenen Dienstag war ein Racheakt für die Tötung der Nummer zwei des Terrornetzwerks Al-Kaida. Das erklärte die Gruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel laut dem auf die Überwachung islamistischer Websites spezialisierten US-Unternehmen SITE.

12 Meldungen im Zusammenhang
Direkte Verantwortung für den Angriff, bei dem unter anderen der US-Botschafter Christopher Stevens getötet wurde, übernahm die Organisation nicht. Der Angriff erfolgte am 11. September - wegen der an diesem Tag im Jahr 2001 erfolgten Anschläge in den USA ein für Islamisten symbolisches Datum.

Laut SITE erklärte Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel, die Tötung des Al-Kaida-Vizechefs, des Libyers Abu Jahja al-Libi, im Juni in Pakistan habe die «Söhne von (Libyens Unabhängigkeitshelden) Omar al-Mochtar» angefeuert, sich bei jenen zu rächen, «die unseren Propheten angegriffen haben».

Am 10. September hatte Al-Kaida-Chef Aiman Al-Sawahiri, der die Führung des Netzwerks nach der Tötung Osama bin Ladens durch ein US-Kommando im Mai 2011 übernommen hatte, per Video den Tod seines Stellvertreters durch eine Drohne in Pakistan erstmals bestätigt.

Auch ausländische Terroristen beteiligt

Der Chef der libyschen Volksversammlung, Mohammed al-Megarjef, sagte der Nachrichtenagentur AFP, an der Attacke auf das US-Konsulat seien auch ausländische Kämpfer beteiligt gewesen. Der Angriff sei «geplant» gewesen und peinlich genau ausgeführt worden.

Von offizieller US-Seite hiess es, die Angreifer hätten den Protest vor dem Konsulat gegen den islamfeindlichen Film als «Vorwand» für ihre Attacke genutzt. In einer weiteren Botschaft rief Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel die Muslime, unter anderem im Westen, dazu auf, US-Interessenvertretungen anzugreifen, wie SITE berichtet.

Die Welle der Gewalt radikaler Muslime wegen des islamfeindlichen Internetvideos löste weltweit Besorgnis aus. Der UNO-Sicherheitsrat verurteilte die Angriffe auf westliche Botschaften und forderte die Regierungen der betroffenen Staaten auf, ausländische Vertretungen effizient zu schützen.

Tumulte auch in Sydney

Die Proteste erreichten derweil Australien. In Sydney setzte die Polizei Tränengas gegen Hunderte demonstrierende Muslime ein, die zum US-Konsulat ziehen wollten. Es habe Verletzte gegeben, berichtete der Fernsehsender ABC.

Das in den USA privat hergestellte kurze Video stellt den Propheten Mohammed als Mörder, Kinderschänder und Frauenheld dar. YouTube hat den Zugang zu dem Film in Libyen, Ägypten, Indien und Indonesien zeitweise gesperrt.

Nach den Freitagsgebeten war es in islamischen Ländern von Indonesien bis Tunesien zu gewaltsamen Protesten gegen den Film gekommen. Vor allem US-Botschaften, aber auch die deutsche und die britische Vertretung in Khartum wurden attackiert. In Tunis, Tripoli und Khartum wurden mehrere Menschen getötet.

 

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Islamabad - Bei einem US-Drohnenangriff im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan ist am Donnerstag nach ... mehr lesen 1
Drohne der US-Armee. (Symbolbild)
Valentin Abgottspon Es gibt «die Moslems» ebenso wenig, wie es «die Christen» oder «die Ausländer» gibt. Nur eine kleine, radikale, gewaltbereite Minderheit (die Moblems; also Moslems, die ... mehr lesen 4
Bengasi: Besonnene Stimmen gegen Moblems (Moblems = Moslems, die einen Mob bilden)
Berlin - Die deutsche Regierung will gegen den anti-islamischen Film «Die Unschuld ... mehr lesen 1
Bundeskanzlerin Angela Merkel kann sich vorstellen, dass es gute Gründe für ein Verbot gibt.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Scheich Hassan Nasrallah hat zu Protesten aufgerufen.
Karachi - In Afghanistan ist es nach mehreren friedlichen Protesten gegen ein einen islamfeindlichen Film aus den USA ... mehr lesen 2
Sydney - Die Welle der Gewalt radikaler Muslime wegen eines islamfeindlichen Internetvideos hat weltweit Besorgnis ausgelöst. Der ... mehr lesen
Der UNO-Sicherheitsrat ist beunruhigt über die Lage. (Archivbild)
CNN-News Nach dem tödlichen Anschlag auf US-Diplomaten in Libyen, dem Angriff auf die US-Botschaft in Ägypten und den besänftigenden ... mehr lesen
John Kerry äussert sich wenig zurückhaltend über Romneys Äusserungen.
Bengasi/Washington/Kairo - Nach dem tödlichen Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi haben sich die anti-amerikanischen Proteste auf andere muslimische Länder ausgeweitet. Im Jemen wurden bei Protesten vor der US-Botschaft gegen einen anti-muslimischen Film vier Demonstranten getötet. mehr lesen  1
Kairo/Bengasi - Aus Protest gegen einen angeblich Islam-feindlichen Film haben Demonstranten in Ägypten und ... mehr lesen
Über 150 Mediziner eine unanbhängige medizinische Versorgung für die Häftlinge in Guantanamo. (Archivbild)
Über 150 Mediziner eine unanbhängige ...
Über 150 Mediziner  Oxford - In einem Brief in The Lancet fordern über 150 Mediziner eine unanbhängige medizinische Versorgung für die Häftlinge in Guantanamo. Gerichtet ist dieser Brief an US-Präsident Barack Obama. 
Das Pentagon veröffentlicht erstmals Namen aller Guantánamo-Häftlinge.
Alle Namen der Guantánamo-Häftlinge veröffentlicht Washington - Die US-Regierung hat erstmals die Namen aller Häftlinge des umstrittenen Gefangenenlagers Guantánamo ...
92 Guantánamo-Häftlinge hungern aus Protest Washington - Der Hungerstreik im US-Gefangenenlager Guantánamo hat sich erneut ...
Bekennung via Twitter  Mogadischu - Bei einem Angriff der radikal-islamischen Al-Schabaab-Miliz auf eine UNO-Niederlassung in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind mindestens 15 Menschen getötet worden. Unter den Toten befinden sich nach Angaben der Regierung je vier ausländische und somalische Sicherheitsleute sowie sieben Angreifer.  
Anschlag auf Regierungskonvoi in Somalia Mogadischu - Bei einem Autobombenanschlag in Somalias Hauptstadt Mogadischu sind am Sonntag acht Menschen ...
Die somalische Hauptstadt Mogadischu an der Ostküste von Afrika.
Titel Forum Teaser
  • Saheike aus Göttingen 4
    Merkel und das Internet bitte bei Twitter nach #Neuland suchen heute 15:45
  • Saheike aus Göttingen 4
    Neue Unterschrift Wird das Geld dadurch mehr wert ? heute 13:29
  • Saheike aus Göttingen 4
    Blut an den Händen Dann müssen alle Regierungen eine Überregierung haben, wenn es danach ... heute 13:06
  • BigBrother aus Arisdorf 1362
    unklar, wirr, Stämpfli Äpfel und Birnen gibt auch Most, das ist mein Fazit dieser wirren ... Mo, 17.06.13 16:33
  • jorian aus Gretzenbach 1196
    Syrien Die Al Kaida wurde von den USA gegründet. Die Al Kaida, wird von den ... So, 16.06.13 22:19
  • keinschaf aus Henau 1552
    Was für ein Schmarren! Sie glauben, weil die meisten zu wenig vorsichtig im Umgang mit ihren ... Sa, 15.06.13 13:17
  • verismo aus Münsingen 28
    Ganz meiner Meinung... lieber Patrick Etschmayer – und bitte kein Gejammer liebe Kommentatoren ... Sa, 15.06.13 12:53
  • HeinrichFrei aus Zürich 239
    Schweizer sind gegenüber den USA sehr misstrauisch Der US-Kongress hat nach den Attacken von 9/11, vom 11. September 2001, ... Fr, 14.06.13 15:33
«Wir wollen uns besser vor Terroranschlägen zu schützen».
CNN-News Eine Big-Brother-Regierung à la Orwell Hat sich Barack Obama in Big Brother verwandelt? ... 1
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich 21°C 29°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, Gewitter, starker Regen leicht bewölkt, Gewitter, starker Regen leicht bewölkt, Gewitter, starker Regen leicht bewölkt, Gewitter, starker Regen leicht bewölkt, Gewitter, starker Regen
Basel 16°C 28°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Gewitter, Regen
St.Gallen 25°C 31°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Bern 16°C 32°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Gewitter, Regen
Luzern 19°C 34°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, Gewitter, starker Regen leicht bewölkt, Gewitter, starker Regen leicht bewölkt, Gewitter, starker Regen leicht bewölkt, Gewitter, starker Regen leicht bewölkt, Gewitter, starker Regen
Genf 19°C 31°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Gewitter, Regen
Lugano 22°C 29°C bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Gewitter, Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten