Sydney - Der Angriff auf das US-Konsulat in Libyen am vergangenen Dienstag war ein Racheakt für die Tötung der Nummer zwei des Terrornetzwerks Al-Kaida. Das erklärte die Gruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel laut dem auf die Überwachung islamistischer Websites spezialisierten US-Unternehmen SITE.
Laut SITE erklärte Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel, die Tötung des Al-Kaida-Vizechefs, des Libyers Abu Jahja al-Libi, im Juni in Pakistan habe die «Söhne von (Libyens Unabhängigkeitshelden) Omar al-Mochtar» angefeuert, sich bei jenen zu rächen, «die unseren Propheten angegriffen haben».
Am 10. September hatte Al-Kaida-Chef Aiman Al-Sawahiri, der die Führung des Netzwerks nach der Tötung Osama bin Ladens durch ein US-Kommando im Mai 2011 übernommen hatte, per Video den Tod seines Stellvertreters durch eine Drohne in Pakistan erstmals bestätigt.
Auch ausländische Terroristen beteiligt
Der Chef der libyschen Volksversammlung, Mohammed al-Megarjef, sagte der Nachrichtenagentur AFP, an der Attacke auf das US-Konsulat seien auch ausländische Kämpfer beteiligt gewesen. Der Angriff sei «geplant» gewesen und peinlich genau ausgeführt worden.
Von offizieller US-Seite hiess es, die Angreifer hätten den Protest vor dem Konsulat gegen den islamfeindlichen Film als «Vorwand» für ihre Attacke genutzt. In einer weiteren Botschaft rief Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel die Muslime, unter anderem im Westen, dazu auf, US-Interessenvertretungen anzugreifen, wie SITE berichtet.
Die Welle der Gewalt radikaler Muslime wegen des islamfeindlichen Internetvideos löste weltweit Besorgnis aus. Der UNO-Sicherheitsrat verurteilte die Angriffe auf westliche Botschaften und forderte die Regierungen der betroffenen Staaten auf, ausländische Vertretungen effizient zu schützen.
Tumulte auch in Sydney
Die Proteste erreichten derweil Australien. In Sydney setzte die Polizei Tränengas gegen Hunderte demonstrierende Muslime ein, die zum US-Konsulat ziehen wollten. Es habe Verletzte gegeben, berichtete der Fernsehsender ABC.
Das in den USA privat hergestellte kurze Video stellt den Propheten Mohammed als Mörder, Kinderschänder und Frauenheld dar. YouTube hat den Zugang zu dem Film in Libyen, Ägypten, Indien und Indonesien zeitweise gesperrt.
Nach den Freitagsgebeten war es in islamischen Ländern von Indonesien bis Tunesien zu gewaltsamen Protesten gegen den Film gekommen. Vor allem US-Botschaften, aber auch die deutsche und die britische Vertretung in Khartum wurden attackiert. In Tunis, Tripoli und Khartum wurden mehrere Menschen getötet.
(fest/sda)
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